Afrika
Stabspielinstrumente

Das Balaphon besteht aus Holz-Klangstäben und Kalebassen - hohlen Kürbissen, die als Resonanzkörper wirken, in ihrer Größe korrespondierend zum jeweiligen Ton. In die Seiten der Kalebassen sind zwei oder drei fingerdicke Löcher gebohrt, über die Spinnenkokons, Schlangenhaut oder Fledermausflügel geklebt werden (heute auch immer häufiger Zigarettenpapier oder dünne Plastikhäutchen). Diese Membrane werden durch die Resonanz in Schwingung versetzt, sie beginnen zu surren - es entsteht ein Mirlitoneffekt. Klangstäbe und Resonatoren werden von einem Rahmen aus gespaltenem Bambus und Ziegenhaut-Streifen zusammengehalten. In Guinea, Nigeria, Tschad und Kenia findet man das Grubenbalafon. Die Klangstäbe werden über ausgegrabene Hohlräume im Boden gelegt. In Tansania gibt es das Kastenbalafon, das dem traditionellen Marimba aus Guatemala ähnlich ist. Im Osten Kameruns spielt man mit sechs verschieden großen, tragbaren Menchang in einem ganzen Balafonorchester, dem Komenchang. Bei den Ibo in Nigeria gibt es das Balafon mit nur einem Klangstab. Bei den ethnischen Gruppen der Senoufo, Bobo oder Lobi (Mali und Burkina Faso) haben die Instrumente bis zu 21 Klangstäbe. Dazwischen gibt es alle denkbaren Varianten. Der Name Balafon ist zusammengesetzt aus den Worten bala (das eigentliche Instrument) und fo (in der Sprache der Bambara :spielen, sprechen) und wird zu balafo. Der Balafonspieler ist ein balafola - der, der das Bala spielt, bzw.zum sprechen bringt. Die Assoziation mit den Begriffen Vibraphon oder Xylophon (griech.: phon = Stimme) führt zu der irrtümlichen Schreibweise Balaphon. Gewöhnlich ist das Balafon fortschreitend von den tiefen zu den hohen Tönen in Pentatonik (Fünfton-Reihe) oder Diatonik (Siebenton-Reihe) gestimmt. Dabei können die Intervall-Größen von Ethnie zu Ethnie variieren. Bekannte Balafonisten: * El Hadj Djeli Sory Kouyate * Aly Keita * Kelethighi Diabate * Lassina Diabaté * Mahama Konaté * Gert Kilian Autor: Gert Kilian
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Fellmembranophone

Die Basler Trommel oder Wirbeltrommel hat sich seit dem Mittelalter nicht stark verändert. Ein Holzkörper mit ca. 40 cm Durchmesser und einer Höhe von 40 bis 60 cm, Holzreifen für die Fellhaltung, Seilspannung und diagonal über das Resonanzfell einen Darmsaitenteppich. Geändert hat sich das Material. Man benützt heute mehr Messing oder Kunststoff für den Körper, Plastik- oder Stoffelle statt Naturfelle, anstelle von Darmsaiten silber- oder kupferumsponnene Stahlfedem, einen Hebel um den Saitenteppich zu lösen und einen Dämpfer. In Basel schliessen sich meistens mehrere Trommler zusammen und bilden eine Tambourengruppe. Die grösste Aufgabe einer solchen ist die Marschmusik, daneben gibt es auch Literatur für Tambourengruppen. Tambouren haben eine eigene Notation, die Berger-Schrift, so benannt nach ihrem Erfinder Fritz Berger. Die Geschichte der Basler Trommel ist eng verknüpft mit der Basler Fasnacht.
SoundNordamerika
Instrument mit unbestimmter Tonhöhe

Teil des Drumsets. Das Pedal besteht aus einem Schlägel aus Filz, Plastik oder Holz, welcher mittels einer Kette oder Textilband mit einer Fussplatte verbunden ist. Das Pedal wird vor die Bass Drum montiert und mit dem Fuss gespielt. Es gibt auch Doppel Bass Drum Pedale die mit beiden Füssen bedient werden können.
SoundDrum SetSüdamerika
Fellmembranophone

Die Batas, Trommeln mit zwei Häuten, wurden ursprünglich von den Yorubas (Stamm aus Nigeria) zu ihren religiösen Zeremonien benutzt. Seit Mitte des sechzehnten Jahrhunderts werden die "heiligen Trommeln" auch in Kuba zu den Festen der Santeria, einer Mischung aus den Ritualen der Yorubas und gewissen Elementen des Katholizismus, gespielt. In Kuba haben die Trommeln drei verschiedene Grössen. Jede hat seine besondere Funktion, aber um die "Orishas" (Gottheiten) zu verehren benutzt man sie alle drei. Das kleinste, das "Okonkolo"(das Kind), spielt die Grundrhythmen, das Mittlere, das "Itotele"(der Vater) und das Grosse, das "Iya" (die Mutter), erhalten einen scharfsinnigen, rhythmischen Dialog aufrecht, dem es schwer ist zu folgen. Das "Iya" ist das Wichtigste von den Dreien in den Musikgruppen der Batas. Es wird immer dem erfahrensten Musiker anvertraut, welcher sich in die Mitte setzt; das "Okonkolo" zu seiner Rechten und das "Itotele" zu seiner Linken. Auf dieser "Muttertrommel" sind zwei Reihen von Glöckchen befestigt, die sich bewegen, wenn der Musiker die beeindruckenden Bässe spielt. Die Batas sind traditionell aus Holz gemacht, man findet sie heute aber auch aus Glasfaser. Die moderne Bespannung der Häute ist dieselbe wie bei den Congas. Seine klaren und warmen Töne kommen ebenfalls den Congas sehr nahe.
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Schlagidiophone

Die Becken werden auf zwei Arten gespielt: als Aufschlaginstrument (Hängebecken) und als Gegenschlaginstrument (a-due-Becken, Hi-hat-Maschine). Die Hängebecken, das türkische und das chinesische Becken, sind aufgrund ihrer Herkunft, Geschichte, Bauweise und ihres Klangcharakters zwei unterschiedliche Instrumente. Das türkische Becken hat seinen Ursprung im Nahen Osten. Im Zuge der Türkenkriege wurde es nach Europa gebracht, wo es im Opern- und Symphonieorchester seit dem 17./18. Jahrhundert verbreitet ist. Ursprünglich bestand seine Aufgabe nur darin, eine exotische Stimmung zu schaffen. Seit der Romantik spielt es eine bedeutende Rolle im Orchester. Mit seiner Klangkraft kann es das gesamte Orchester übertönen und wird mit Vorliebe eingesetzt, wenn es gilt, Spannung zu erzeugen und musikalische Höhepunkte zu unterstreichen. Das türkische Becken wird auch in der Jazz-/ Rock-und Popmusik verwendet, wo es für spezielle Effekte und Akzente (Splash- und Crash-Becken) oder als Rhythmusinstrument (Ride-Becken) eingesetzt wird. Das chinesische Becken kommt aus dem fernen Osten. Ebenso wie das türkische Becken gelangte es im 17./18. Jahrhundert durch die Türkenkriege nach Europa, wird aber erst seit dem 19. Jahrhundert verwendet, zunächst in der Marschmusik (paarweise, gegeneinander geschlagen wie das Beckenpaar) und später einzeln auf einem Ständer aufgehängt für Spezialeffekte in der Jazz- / Rock- / Pop-Musik. Seit dem 20. Jahrhundert kommt das chinesische Becken vereinzelt in der modernen Kammermusik und im Symphonieorchester zum Einsatz. Die Bezeichnung Cymbel (bzw. Zymbel oder Zimbel), die ursprünglich auf alle beckenartigen Instrumente angewandt wurde, geht auf das Lateinische cymbalum bzw. griechisch kýmbalon zurück. Der Name „Becken“ verbreitete sich im 18. Jahrhundert, da die Form des Instrumentes an ein Becken erinnert. Das Becken war im Mittelalter und in der Antike unter dem Namen Kymbala bekannt. Im 18. Jahrhundert gelangt das Becken ins Orchester. Es gibt neben dem im Orchester verwendeten türkischen Becken, das flach ist und gleichmäßig von der Mitte zum äußeren Rand verläuft, das chinesische Becken, das sehr dünn ist, einen aufgebogenen Rand und eine dosenförmige Mitte hat. Das Becken besteht aus zwei tellerförmigen Metallscheiben aus Messinglegierungen mit einem Durchmesser von 30 bis 50 cm, die in der Mitte mit einer kleinen Kuppelausbuchtung versehen sind. Die Ränder der Scheiben werden mit Schlegeln oder Besen angeschlagen und so zum Schwingen gebracht. Das Becken wird an einem durch ein Loch in der nichtschwingenden Mitte gezogenen Riemen befestigt bzw. gehalten. Teilweise werden auch einzelne Becken an einen Ständer gehängt. Die Tonhöhe ist nicht bestimmbar. Das Becken hat einen schrillen, lang anhaltenden Klang. Durch die Beliebtheit der türkischen Militärmusik im 17.Jh. begann auch der Einzug der Becken in den sinfonischen Bereich. Zuerst nach türkischem Vorbild paarweise und zusammen mit der Großen Trommel geschlagen, fand diese "Instrumentenehe" immer größer werdende Bedeutung vor allem auch im Opernrepertoire. Trotz Verselbständigung beider Instrumente kann der militante Charakter nie so ganz verleugnet werden. Ob als Beckenpaar oder einzeln aufgehängt, die türkische Form - zum Rand hin auslaufend ,vgl. Chinesische Becken- ist bis heute die beliebteste. Der Klang ist abhängig von Größe, Stärke, Legierung, Verarbeitung, Anschlagsmittel und -punkt. Um den mit Lederschlaufen versehenen Beckenpaaren den vollen Sound entlocken zu können, müssen sie schlagtechnisch so gespielt werden, dass soviel Material wie möglich in Schwingung gerät. Hängende Becken spielt man mit Holz-, Filz-, Kunststoff-, Metall-, Flanell- oder sonstigen Schlägeln. Üblich sind auch kleine Holz- oder Drahtbesen (Brushes), oder auch ein Bassbogen, mit dem man durch Entlangziehen am Rand dem Becken eine wunderschöne Obertonpalette entlocken kann. Außerdem sehr beliebt sind "Zisselgeräusche", hervorgerufen durch kleine Kettchen auf dem Becken oder durch "lose Nieten" die in Beckenrandnähe in kleinen Löchern klappern. Vor allem das Drum - Set "lebt" von den vielen Beckenvariationen. Handgeschmiedete Chinesische Becken besitzen ähnlich wie Tam-Tams ein großes Klangspektrum. Mit harten Schlägeln gespielt, reicht der Klang vom "hellen Ping" bis zu lauten Scheppergeräuschen. Mit weichen Schlägeln entwickelt ein "China" einen warmen Basston mit leichten Spitzen die sich bei anhaltendem, kräftigen Spiel bis zum hochfrequentierten Rauschen entwickeln können.
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Schlagidiophone

Auch Beckenpaar oder Doppelbecken genannt. Damit ist ein gleiches Paar türkischer Becken gemeint. Sie werden in einer grossen Bewegung gegeneinandergeschlagen um besonders akzentierte und wichtige Stellen (Höhepunkte) darzustellen. Sie können ein ganzes Sinfonieorchester übertönen. In der Marschmusik haben sie auch rhythmische Funktion. Die Becken sind an der Kuppel mit einer Schlaufe aus Leder befestigt.
SoundBeckenPiatti (ital.)Afrika
Fellmembranophone

Das Bendir ist, wie die Rahmentrommel, eine Handtrommel die mit unterschiedlichsten Namen auf allen Kontinenten (außer Australien) zu finden ist und sich vor allem in der Musik Nordafrikas, Persiens und der Türkei größter Beliebtheit erfreut. Charakteristisch für dieses Instrument ist die innen am Fell angebrachte Schnarrsaite und eine Öffnung für den Daumen im Rahmen.
SoundSüdamerika
Instrument mit unbestimmter Tonhöhe

Das Berimbau - Eine afrikanische Kriegswaffe wurde zum Musikinstrument und ist zugleich eines der ältesten Instrumente überhaupt. Der über den Bogen gespannte Draht wird mit einem Holzstab angeschlagen, der Kürbis wird durch die Bewegung des Instrumentes an den Bauch des Spielers immer wieder geschlossen und geöffnet, und mit einer Metallscheibe (Münze aus Messing) kann durch Druck an die Metallsaite die Tonhöhe verändert werden. Außerdem spielt die rechte Hand neben dem Holzstab gleichzeitig eine kleine Caxixi. Das Berimbau wird vorwiegend in Salvador/Bahia als Begleitung für die Kampfkunst Capoeira verwendet.
SoundCaxixiAsien
Fellmembranophone

Die Bhangra Dhol entspricht in Fellform und Aufbau in etwa der Dholak. Sie hat aber bei ähnlicher Korpuslänge mit rund 40 cm einen erheblich grösseren Durchmesser. Damit gewinnt vor allem ihr Basston eine beeindruckende Wucht und Mächtigkeit. Traditionell wird sie im Punjab zur Begleitung der kraftvollen Bhangratänze gespielt. Geschlagen wird sie meist nicht mit der Hand, sondern mit zwei Stöcken
SoundDholakAsien
Rasselinstrumente

Dieses Effekt-Percussioninstrument stammt ursprünglich aus Japan. Das Binsasara, auch Reihenklapper genannt, besteht aus kleinen Holzplättchen die an einer Schnur beweglich aufgehängt werden. Der Spieler schüttelt das Instrument sodass sich die Holzplättchen gegenseitig berühren und einen hölzernen, rieselnden Effekt erzeugen.
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Fellmembranophone

Eine traditionell aus Irland stammende, einseitig bespannte Handtrommel, deren musikalische Anwendung seit etwa 30 Jahren, als die Chieftains begannen Furore zu machen, durch die Arbeit von Mel Mercier oder John Joe Kelly, Donnchadh Gough, Steafan Hannigan und vielen ungenannten Musikern, zu neuen Horizonten strebt. Die Bodhran (sprich: bau-rohn) wird in der Regel im Sitzen mit einem Beater auf der äußeren Hautseite gespielt. Die Tonhöhe kann durch Dämpfen oder Drücken an der Innenseite moduliert werden. Als Trommelfell wird - je nach Klangvorstellung des Musiker - dicke oder dünne Ziegenhaut verwendet.
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