Südamerika
Rasselinstrumente

Ursprünglich aus Brasilien. Der Resonanzkörper besteht aus einem Kürbis, um den Perlenschnüre oder -drähte gewickelt sind. Afoxé(sprich Afosche) / Xequerê (sprich Schekere) sind mit Perlenketten überzogene Flaschenkürbisse, in moderner Ausführung auch Holzzylinder. Die Afoxe ist die kleinere Ausgabe. Die Klänge werden durch Hin- und Herbewegen zwischen den Händen, durch schütteln oder durch drehen erzeugt. Werden meist bei nordbrasilianischer Musik (Maracatu, Afoxé) verwendet.
SoundCabasaAfuchê (port.)Südamerika
Schlagidiophone

Die Agogos sind 2 (oft auch 3) an einem Drahtbügel befestigte trichterförmige Eisenglocken, die mit einem Holz oder Eisenstab je einen hellen und durchdringenden Klang abgeben und vorwiegend in der brasilianischen Volksmusik (Batucada) verwendet werden. Das westafrikanische Ursprungsinstrument ist aus einem Stück Eisenblech geschmiedet und gelötet. Es ist in Tänzen oft führendes Rhythmusinstrument. Sie wird mit Holzstöckchen gespielt.Die Agogô wird hauptsächlich in der Latinmusik verwendet. Agogo bezeichnet in der afrikanischen Sprache Yoruba (die vor allem im heutigen Nigeria gesprochen wird) nicht nur die Doppelglocke, sondern dieses Wort heißt auch "Zeit". In "Afrika werden auf der Agogo "Time-Line-Pattern" gespielt. Das sind asymmetrische Rhythmusformeln, die ständig wiederholt werden und an denen sich die anderen Musiker orientieren." Die Agogo ist eine Doppel- oder Dreifachglocke aus Metall mit einem U-förmigen Metallbügel, an dessen Ende je ein Glockenkelch montiert ist (in der Glocke ist kein Schlägel montiert). Das Instrument stammt von der afrikanischen Westküste. Die Glocken sind unterschiedlich groß und werden mit einem Schlegel aus Holz von außen geschlagen. Durch das Zusammendrücken der Glocken und die unterschiedliche Größe der Glocken lassen sich Melodien spielen. Mit der Agogo gibt es die Möglichkeit, jede Glocke einzeln, mit zusammengedrückten Kelchen, oder nur die Kelche, ohne Schlag durch den Holzschlägel, zusammenzudrücken "Der Tonabstand zwischen den beiden Glocken beträgt eine Terz bis eine Quinte; die absolute Tonhöhe kann (je nach Sambaschule) sehr unterschiedlich sein. Manchmal werden auch bis zu vier Glocken verbunden, so dass kleine Melodien gespielt werden können. Einen besonderen, schnarrenden Klang kann man erzeugen, indem man die Glocken in den Pausen zwischen den geschlagenen Noten gegeneinander drückt, was gleichzeitig auch den Nachklang unterbindet. Im Gegensatz zu Afrika, wo die Glocken die Schlüssel-Patterns spielen, an denen sich alles orientiert, spielen sie in den Samba-Schulen oft keine festgelegten Patterns, sondern improvisieren über ein Basis-Pattern, das meist ein synkopierter 16tel-Rhythmus ist. In Brasilien wird auf der Agogo jedoch auch ausführlich und gerne Improvisiert. Neben den Tönen der beiden Glocken, die man mit einem Stick spielt gibt es auch den Klick-Sound, wenn man die beiden Glocken mit der linken Hand ruckartig zusammendrückt (wie die Fingertipps beim "Tambrorim", auch hier sog. muftled tone). Fast wie ein Echo Im Norden Brasiliens werden Agogos beim Baiao, beim Maracatu sowie beim Afoxé verwendet (nicht bei Samba-Reggae!), wo sie, wie in Afrika, nur einfache, sich wiederholende Rhythmen spielen." Eine Sonderform der Agogô ist die Frigideira. Das sind zwei kleine Bratpfännchen die, mit einem U-förmigen Draht verbunden, gespielt werden wie die Glocken.
SoundSüdamerika
Fellmembranophone

Trommel die vowiegend im brasilianischen "Maracatu" verwendet wird und mit Holzschlägeln gespielt wird. Ursprünglich aus dem Staat Pernambuco, Körper aus Macaíba-Holz und Enden aus Jenipapo-Holz. Heutzutage wird der Körper der Alfaias aus Sperrholz hergestellt und die Enden aus Eisen. Die Haut besteht aus Ziegenleder und die Saiten um die Trommel aus Sisal. Wird mittels eines Paares Macetas gespielt.
SoundEuropa
Schlagidiophone
Die aus den Alpenländern stammenden Almglocken entwickeln durch ihre bauchige Form einen weichen, fast gongähnlichen Klang und passen daher sehr gut in den sinfonischen Orchesterapparat. Oft reicht ein 4er Satz gar nicht mehr aus und man braucht ein chromatisch abgestimmtes Almglockenspiel mit einem Tonumfang von 4 Oktaven. Die Glocken sind waagerecht und klaviaturmäßig angebracht und der Klöppel wird nicht benötigt. Während R. Strauss in der Alpensinfonie und G. Mahler in seinen Sinfonien 6 und 7 die Glocken in ihrer gewöhnlichen Art als Imitation von weidenden Herden vorschreiben, schrieb John Williams für den Auftritt der "Ewoks" in der Musik zu "Star Wars" die Melodie in den Glockenpart. Man spielt mit Trommel- oder Timbalesstöcken, sowie, um einen weichen, vollen Sound zu bekommen, mit Gummikopf- oder Filzschlägeln.
SoundEuropa
Schlagidiophone
Der metallisch-kurz klingende Hammerschlag auf dem Amboss mit seinem unverwechselbaren, durchdringend-hohen Klangbereich war bereits in der Musik des frühen Mittelalters zu finden. Als reines Musikinstrument tauchte er erst im 20. Jhd. wieder auf, zuvor noch als Klangrequisit der Opernbühne dienend. In Verdis "Troubadour" schlägt ihn der Zigeunerchor auf der Szene. Richard Wagner läßt ihn durch Jung-Siegfried während der "Schmiedelieder" rhythmisch und dynamisch differenziert klingen und im "Rheingold" hört man in der Verwandlungsmusik das gewaltige Crescendo des Amboss-Chors der Nibelungen hinter der Bühne. Für die markanten Schläge am tiefklingenden Amboss wird ein schwerer Metallhammer verwendet, die höherklingenden - im schnelleren Rhythmus geschlagenen - erfordern entsprechend leichtere Hämmer. Die klangvollste Anschlagstelle findet sich an der abgerundeten Spitze der Ambosse. In der Zeit vor den Weltkriegen behalf man sich in den Salonorchestern und Ensembles zur Imitation des Ambossklanges mit einem Stück Stahl, etwa einem Glockenspielstab. Auf eine filzbedeckte Unterlage montiert und mit einem Metallhämmerchen geschlagen, erklingt es gedämpft in der Art eines kleinen oder weit entfernten Ambosses.
SoundAsien

Das Anklung, auch Gitterrassel genannt, ist ein gestimmtes Schüttelinstrument aus Bambus. Es hat seinen Ursprung in Indonesien. Es ist besonders in West-Java verbreitet. Es wird gespielt indem man das Instrument seitwärts schüttelt und die Röhren in Schwingung versetzt. Die beiden Zinken in der Mitte des Instruments schlagen auf das Ende der Schlitze und erzeugen eine Art Geklapper, begleitet von pfeifenartigen Klängen der vibrierenden Röhren. Traditionsgemäss wird das Anklung in Gruppen von drei bis vier gespielt zusammen mit Oboe, Trommeln und Gongs. Es ist eine Teil der Gamelan-Tradition und begleitet traditionelle Tänze. In einem Gitterrahmen hängen zwei oder drei verschieden lange, in Oktaven abgestimmte Bambusrohre derart, dass ihre zapfenartig ausgeschnittenen Enden beim Schütteln wie Pendel gegen die Einschnittkanten des unteren Querrohres schlagen. Die Tonhöhe ist klar definierbar. Anklungs werden auch zu Ensembles aus zwölf oder mehreren Instrumenten zusammengestellt, um pentatonische Skalen spielen zu können und sind Grundlage eines dörflichen Gamelanorchesters
SoundSüdamerika
Effekt-/Geräuschinstrumente

Die Apito ist eine brasilianische Trillerpfeife, die als Signalinstrument bei den Escola de Samba und als Rhythmusinstrument verwendet wird. In der Samba-Batucada werden durch den Einsatz einer Apito als Signalinstrument bestimmte unter den Mitspielern abgesprochene "Breaks" eingeleitet. Die original Sambapfeife ist aus brasilianischem Hartholz gearbeitet. Bis zu drei Tönen kann man der Apito entlocken, indem man die an der Seite befindlichen kleinen Löcher mit den Fingern öffnet oder schliesst, um damit die Tonhöhe zu verändern.
SoundSüdamerika
Fellmembranophone

Allgemeine Bezeichnung für konische Trommel mit nur einem Fell, die mit der Hand gespielt werden; ähneln einer kubanischen Conga. Afrikanischen Ursprungs, aus Jacarandá-Holz, kegelförmig. Das Ochsenleder befindet sich auf dem oberen Teil des Instrumentes. Sie wird in Brasilien bei Capoeira und Candomblé-Ritualen sehr oft gebraucht. Es gibt drei Arten Atabaque: Rum, Rumpi und Lê. "Rum" ist der Solist und umfasst die tiefen Töne; "Rumpi" umfasst die mittleren und "Lê" die hohen Töne, diese geben den Takt an.
Sound